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Steve Jobs war dafür bekannt, dass er nur A-Mitarbeiter einstellte. Nach seiner Meinung würden B-Mitarbeiter nur weitere B- und C-Mitarbeiter anziehen. Um wirklich erfolgreich zu sein brauchst Du auf 9 von 10 Arbeitsplätzen A-Mitarbeiter, sonst bekommst Du ernsthafte Probleme oder hast sie schon.

Die Realität sieht in deutschen Unternehmen aber ganz anders aus, so Prof. Dr. Jörg Knoblauch. Er hat ermittelt, dass die Verteilung der Mitarbeiter eher so aussieht:

20% – A-Mitarbeiter
60% – B-Mitarbeiter
20% – C-Mitarbeiter

beurteilung

Was sind denn nun diese A-Mitarbeiter und wie erkenne ich sie? Nun, dies möchte ich anhand von zwei kleinen Geschichten erklären. Die Geschichte ist aus einem Essay des US-amerikanischen Schriftstellers Elbert Hubbard. Es wurde über 40 Millionen mal mit Philistine Magazine veröffentlicht. So geht die Geschichte in Kurzform: 1899, während des kubanisch-amerikanischen Krieges ging der amerikanische General Garcia im Dschungel von Kuba verloren. Er war nicht mehr erreichbar. Briefe, Telegramme, Botschaften – nichts erreichte General Garcia. Der amerikanische Präsident McKinley musste aber den General unter allen Umständen erreichen. Ein Mitarbeiter im Weissen Haus sagte: „Ich kenne einen Mann, der heißt Rowan. Er wird General Garcia finden.“. Der Präsident ließ Rowan kommen und sagte ihm: „Übergeben Sie dieses Schreiben an General Garcia, und bringen Sie mir seine Antwort zurück.“ Rowan antwortete: „Ja, Herr Präsident, wird gemacht.“ Rowan schweißte die Botschaft in Ölpapier ein und band es sich um den Bauch. Nach wenigen Tagen landete er in einem offenen Boot an der Küste von Kuba und verschwand im Dschungel. Drei Wochen musste er durch Feindesland marschieren.

Das ist alles jedoch sekundär. Wichtig ist einzig und alleine, was er zu dem Präsidenten gesagt hat: „Ja, Herr Präsident, wird gemacht.“ Er sagte nur diesen einen Satz. Er fragte nicht, wo General Garcia ist. Wie er ihn bloß finden soll. Wie er in alles auf der Welt auf diese Insel kommen sollte und wie er sich durch die feindlichen Linien schlagen soll. McKinley stellte ihm eine Aufgabe und Rowan kümmerte sich um deren Umsetzung. Er fand eine Antwort auf all die aufkommenden Fragen und beendete seinen Auftrag erfolgreich. Ein wahrer A-Mitarbeiter.

Das Essay geht noch weiter. Er bittet den Leser sich vorzustellen, was passiert, wenn der Chef einem seiner Bürogehilfen die Aufgabe stellt, doch bitte schön in einem Lexikon nachzusehen, was denn im Leben Correggios alles Bedeutsames passiert sei. Lautet die Antwort des Bürogehilfen dann: „Jawohl, Chef, wird erledigt!“? Wahrscheinlich wird er eher sagen: „Wer ist das, Correggio? Wo ist das Lexikon? Hat man mich dazu angestellt? Meinen Sie nicht etwa Bismarck? Warum kann das nicht Charly erledigen? Ist die Sache eilig? Soll ich Ihnen nicht lieber das Lexikon bringen, damit Sie gleich selbst nachschauen können?“ Hubbard ist sich sicher: Selbst wenn man alle Fragen des Bürogehilfen geduldig beantwortet und ihm genau erklärt, wie er die Aufgabe am besten anpackt und ihm auch noch erklärt, warum man etwas über Correggio wissen will, wird der Gehilfe geradewegs zum nächsten Kollegen laufen und ihn um Hilfe bitten. Und anschließend zurückkommen und erklären, dass es einen Herrn Correggio gar nicht gäbe!

Solcherlei Klagen kann sich sparen, wer auf die Auswahl seiner Mitarbeiter achtet. Wer die Rowans dieser Welt einstellt, muss weder drohen noch bestechen.

Jack Welch hat sich während seiner überaus erfolgreichen Jahre als CEO von General Electric zu großen Teilen mit dem Personal beschäftigt. Mitarbeiter auf allen Ebenen wurden regelmäßig beurteilt. Jeder Vorgesetzte war aufgerufen seine Teams nach A-, B- und C-Mitarbeitern zu klassifizieren. Von C-Mitarbeitern hat man sich sofort getrennt. B-Mitarbeitern wurden entsprechende Schulungen angeboten, um sich zu A-Mitarbeitern zu entwickeln. Gelang dies nicht, hat man sich auch von Ihnen getrennt. Die A-Mitarbeiter wurden weiter stark gefördert, ihnen wurden verantwortungsvolle Aufgaben übertragen, die sie eigenverantwortlich übernahmen. General Electric wurde so zum erfolgreichsten Unternehmen der Welt.

Kümmere Dich also um Deine Mitarbeiter. Achte auf einen ausgezeichneten Einstellungsprozess. Stelle nicht jeden ein, der zwei Hände hat und bei dem Du ein gutes Bauchgefühl hast. Beurteile Deine Mitarbeiter fair und gebe Ihnen Feedback. Sage Ihnen, ob Sie A-, B- oder C-Mitarbeiter sind. Behandle Sie entsprechend. Trenne Dich schnellstmöglich von den C-Mitarbeitern, denn Sie Kosten Dich mehr als nur Geld. Sie vergiften Dein Unternehmen. Halte die A-Mitarbeiter mit allen Dir zur Verfügung stehenden Mitteln. Übrigens Leistung von seinen Mitarbeitern zu fordern ist fair!

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